Der humanistische Fußabdruck, die Willkommenskultur und der Islam

Eine ganz andere Betrachtung der Islam-Problematik, trotzdem mehrheitsfähig? Von: Gerhard Engelmayer

Abstract: Der Islam muss kritisiert werden können, um in der Demokratie bestehen zu können. Der „humanistische Weg“: Integration von Menschen, nicht von Gruppen. „Menschlichkeit und Hirn eingeschaltet lassen!“ sei die Devise. „Kontrollierte Integrationskultur“ und Bedacht nehmen auf „humanistischen Fußabdruck“. Die Europäisierung des Islam fördern, statt konservieren. Muslimische Menschen als Individuen betrachten, nicht als Kollektiv, vor allem nicht als religiöses.

Strategie. Einer der ersten Humanisten, Konrad Heresbach, gibt die Richtung vor. Er sagte angesichts der religiös bedingten Schlächtereien der Hexenverfolgungen, dass es gelte „nicht Menschen, sondern falsche Ideen auszurotten“. Auf heute übertragen hieße es, dass wir nicht Muslime verfolgen, ausgrenzen und verurteilen, sondern falsche Ideen und da gibt es im Islam eine ganze Menge:

  1. Die ganze Welt gehört Allah und Muslime hätten die Pflicht, sie zurückzuerobern. Die Scharia ist das Recht, dem jeder Staat der Welt unterworfen ist. Demokratie gilt, solange die Muslime in der Minderheit sind. Islam heißt „Unterwerfung“.
  2. Die „Gläubigen“ sind die Guten, die „Ungläubigen“ sind verdammt und gehören verachtet, sofern sie sich nicht unterwerfen und Tribut zahlen.
  3. Glaubensfreiheit existiert nicht, Freiheit vom Glauben ist undenkbar. Atheist ist das höchste Schimpfwort von allen.
  4. Mohammed ist der Prophet und ein Vorbild für alle Muslime. Aus heutiger Sicht der wissenschaftlich historisch-kritischen Methode war Mohamed jedoch ein kranker Mann, mit einer kilometerlangen Liste von Vergehen.
  5. Frauen, Kinder, Juden und Homosexuelle sind minderwertig. So erben Frauen beispielsweise nur die Hälfte von Männern. Sie haben eigentlich keine Selbstverantwortlichkeit.

Wie geht der atheistische Humanismus mit dem Islam um und worin besteht der Unterschied zur polarisierten kolportierten Meinung tagtäglich in den Medien? Weder steht er für die undifferenzierte sogenannte „Willkommenskultur“, noch für die von Rechten betriebene Hetze. Es ist der „humanistische Weg“, der die Menschen als solche behandelt wissen will, aber auch die humanistischen Grundsätze bewahrt wissen will. Um es vorwegzunehmen: Ein Patentrezept gibt es sicher nicht.

Die Devise. „Menschlichkeit und Hirn eingeschaltet lassen“, das berücksichtigt die ungeheure Komplexität des Themas. Kritische Menschenwerden die derzeit angebotenen Lösungen schnell als „politisches Fast-Food“ einzuschätzen wissen. Einfache Lösungsansätze, Zaun und Willkommenskultur, sind keine langfristigen Überlegungen, sondern politisch antrainierte Reflexe. Es gilt eher, wachsam alle Errungenschaften der Moderne zu verteidigen. Zu diesen Errungenschaften zählt übrigens nicht „unsere Kultur“ a la Sarrazin und Pegida. Wir betrachten es als legitimes Ziel bestimmter Bevölkerungsteile, lieber unter seinesgleichen zu leben als unter anderen Leuten. Aber Kulturen haben sich immer geändert, wurden beeinflusst, gelegentlich gehen sie sogar unter. Ich denke nicht, dass wir mit großer Wehmut die Kultur der „hohen Minne“, ja nicht einmal die der alten Griechen mit ihrer Sklavenwirtschaft zurücksehnen, denn 90 % waren Sklaven, mit hoher Wahrscheinlichkeit also auch Sie und ich. Bei einer Reproduktionsrate von1,3 wird sich die „deutsche“Kultur kaum von selbst erhalten, Islam hin oder her. Die große Larmoyanz der Rechten sehen wir gelassen. Nicht einmal Parallelgesellschaften sind etwas Beängstigendes, sind sie doch jetzt schon allgegenwärtig.

Der humanistische Fußabdruck“. Was es dennoch zu retten gilt, ist das Abendland, nicht das christliche, sondern jenes der freiheitlichen Werte und eine humanistische Grundhaltung. Jenes, welches dafür steht, dass die Menschen menschlich miteinander umgehen und nicht „wie ein Wolf mit dem anderen“(„Homo hominilupusest“). Dass sie die goldene Regel der Reziprozität beherzigen, andere Menschen nicht geringschätzen und ihr Ego nicht auf die „Geringschätzung“ der anderen aufbauen, dem anderen gleiche Rechte zugestehen und nicht mehr die Leidensfähigkeit des Mitmenschen testen. Eindeutige Fortschritte waren erst seit Beginn der Aufklärung zu beobachten, aber entgegen der allgemeinen Einschätzung stehen wir eher am Anfang dieser Entwicklung als am Ende. Politisch war es die geniale Idee des Leviathans von Thomas Hobbes, der die Souveränität des Volkes auf einen neutralen Stellvertreter, den modernen Staat übertrug, um so dem „Homo hominilupusest“ zu entgehen.

Mainstream-Überlegungen betreffen ausschließlich das „Heute“, bestenfalls das „Morgen“. Entscheidend sind aber die langfristigen Auswirkungen, dafür brauchen wir Strategien. Wir müssen also über die gesamte Wirkzeit der Einwanderung eine Handlungsweise finden und dazu gehört die Idee eines „humanistischen Fußabdruckes“, also welche Auswirkungen ergeben sich insgesamt. Dazu der libanesisch-stämmige, agnostische Ex-Muslim Siad Karim: „Wenn eine scheinbare HUMANE HANDLUNG mittel- bis langfristig zum Verlust der freiheitlichen Werte und damit zum Abhandenkommen der humanistischen Grundordnung einer Gesellschaft führt, dann ist diese eine INHUMANE HANDLUNG für alle.“

Integrationskultur. Dass man einem Kranken, in Not geratenen, einem Flüchtling hilft, ist für Humanisten eine Selbstverständlichkeit. Selbst einem Verbrecher würden wir helfen, wenn er in Lebensgefahr ist. Eine„Willkommenskultur“ ist jedenfalls etwas ganz Anderes und erinnert ein wenig an jene Person, die im sozialen Netzwerk Facebook einst seine Freunde eingeladen hatte, aber das Häkchen bei „öffentlich“ gemacht hatte, woraufhin tausende ungebetenen Gäste kamen und sein Haus verwüsteten. Wenn wir ehrlich sind, wollen wir Leuten in Not helfen und nicht alle, die sich nach einem besseren Leben sehnen, einladen. Das ist eine ganz andere Ausgangsposition. Das Wort Willkommenskultur ist also manipulativ und verärgert beide Seiten: Die einen sehen die Willkommenskultur nicht erfüllt und die anderen wollen nicht mitmachen. Besser wir einigen uns auf Integrationskultur zur Lösung einer Flüchtlingskrise.

Integrieren kann man aus humanistischer Sicht prinzipiell nur Menschen. Was von uns derzeit verlangt wird, ist die Integration von weitgehend homogen agierenden Menschengruppen, die keine eigene Meinung und Eigenpersönlichkeit haben, wenn es um religiöse Herrschaftsideologien geht, und auch nicht wollen. Der Islam hat die Besonderheit als Ideologie, als Kultur, als Partei, als Benimmregel und als Religion aufzutreten. Das ist in unserem System nicht vorgesehen, weil es per definitionem totalitär ist. Der Islam hat das Problem der Magnetisierung der Gesellschaft, wonach viele Muslime in Kleidung, Nahrung und Sexualverhalten, ja sogar im Tagesablauf sehr gleichgeschaltet sein sollen, vor allem aber auch in ihrem politischen Denken. (Natürlich sind sie das nicht alle, weil nicht alle den Islam ernst nehmen). Für unsere Demokratie, die zumindest den Anschein erweckt, als wäre die Trennung von Staat und Kirche tatsächlich vorhanden, ist diese Tatsacheetwas absolut Destruktives, vor allem da die Grundvoraussetzung einer Demokratie jene ist, dass ihre Mitglieder unabhängig, nicht ferngesteuert, selbstbestimmt und informiert sind. Ein Gesellschaftsblock bildet eine „soziale Verstopfung“ der vorgesehenen dynamischen Meinungsbildung, die auf einen gesellschaftlichen Diskurs angewiesen ist. Wenn dieser gesellschaftliche Block in fragwürdiger Weise andere Vorstellungen zum Grundkonsens dieser Gesellschaft hat, ist eine Integration unmöglich, ja die Ideologie muss als politisch gefährlich angesehen werden, gefährlicher als jede aktuelle rechtsradikale Bewegung.

Status. Solange diese Gruppe einen verschwindenden Prozentsatz ausmacht, kann man darüber hinwegsehen und die Gruppe als „exotisch“ vernachlässigen. Aber genau das ist beim Islam, besonders nach der Flüchtlingsbewegung, nicht der Fall. Jedem ist klar, dass nicht die Flüchtlinge das Problem sind, sondern deren religiöse Einstellung und somit auch ihre politische. Man muss dabei dennoch bedenken: Einwanderung ist für uns demografisch sinnvoll, da unsere Bevölkerung schrumpft. Also muss man das Problem anders formulieren: Kann man aus islamisch - und damit kollektivistisch - geprägten Menschen Individuen mit vernünftigen Ansprüchen und humanistischen Motiven machen?
Wenn die Gruppe völlig unauffällig wäre, würde man diese Frage als eine theoretische vielleicht abtun. Leider ist sie es nicht. Vielmehr gibt es immer wieder einzelne, gläubige oder weniger gläubige Muslime, die sich den herrschenden „Meinungsteppich“ zunutze machen und ihre verbrecherischen Aktivitäten unter stillschweigender oder lauter Billigung der Muslime eine Lizenz zum Töten holen, wodurch diese Muslime zu „Mittätern“ werden. Dabei muss man immer wieder unterscheiden zwischen dem einzelnen Menschen, der selbst Opfer ist und dem System „Islam“, welches aus einer politischen Ideologie, einer Volkskultur und einer Religion besteht, die in der Lage ist, den muslimischen Menschen in nie gekannter Weise in Beschlag zu nehmen und dies noch dazu ohne Ausstiegsmöglichkeit. Es wird also wohl nicht verwundern, dass man der Humanismus dieses „Geschirr“, in das die Menschen zeitlebens wie ein erbarmungswürdiges Pferd im Ringelspiel eingespannt sind, als zutiefst „inhuman“ bezeichnen muss.

Die Menschen in dieser Situation ihren ideologischen Peinigern zu überlassen, sie in dieser Situation allein zu lassen, nicht gegen die bei uns illegalen Exitverbote, Beschneidungen und Zwangsheiraten etc. zu protestieren, den freien Willen der Menschen nicht kulturell und gesellschaftlich durchzusetzen, das Recht der Kinder auf beste Information und Vermeidung von Gehirnwäsche ernst zu nehmen, das Recht der reformwilligen Muslime auf Aufklärung, das alles ist heute noch gar nicht als Problem erkannt, vor allem nicht als das Problem der Mehrheitsgesellschaft. Anstatt dessen werden die „ideologischen Peiniger“ in kumpelhafter Weise hofiert und als Gesprächspartner der Regierung geadelt.

Die Muslime in ihrer Zuwanderung durch Gewaltanwendung zu gefährden und vielleicht sogar im Meer ertrinken zu lassen, wie dies die Rechte immer wieder vorschlägt, zeugt von ebenso inhumaner Ideologie, wie es der Islam ist. Noch einmal: Die Menschen sind selbst Opfer, denen zu helfen ist.
Jede Pauschalierung dient nur der Polarisierung, nicht aber unserem humanistischen Weg der Differenzierung. Die totalitäre Ideologie ist nicht in allen Muslimen unauslöschlich eingeprägt, aber Experten wie der Islamwissenschafter Wilfried Buchta gehen von rund einem Drittel an Muslimen aus, die unintegrierbar sind und bleiben werden. Als Freidenker und Humanist muss man dabei jedoch darauf hinweisen, dass bei solchen Argumenten immer wieder vergessen wird, dass Muslime ja nicht freiwillig Muslime werden, sondern durch Geburt, durch Mission und durch Zwang. Da kein offizieller Austritt möglich ist, wirkt das System als Falle. Die sozial-repressive Behandlung der Frau („Die Frauen sind eure Äcker“) schafft die besten Voraussetzungen für eine hohe, erzwungene Reproduktionsrate.

Wie geht der atheistische Humanismus mit dem Islam um und worin besteht der Unterschied zur polarisierten kolportierten Meinung tagtäglich in den Medien? Weder steht er für die undifferenzierte sogenannte „Willkommenskultur“, noch für die von Rechten betriebene Hetze. Es ist der „humanistische Weg“, der die Menschen als solche behandelt wissen will, aber auch die humanistischen Grundsätze bewahrt wissen will. Um es vorwegzunehmen: Ein Patentrezept gibt es sicher nicht.

Die Devise. „Menschlichkeit und Hirn eingeschaltet lassen“, das berücksichtigt die ungeheure Komplexität des Themas. Kritische Menschenwerden die derzeit angebotenen Lösungen schnell als „politisches Fast-Food“ einzuschätzen wissen. Einfache Lösungsansätze, Zaun und Willkommenskultur, sind keine langfristigen Überlegungen, sondern politisch antrainierte Reflexe. Es gilt eher, wachsam alle Errungenschaften der Moderne zu verteidigen. Zu diesen Errungenschaften zählt übrigens nicht „unsere Kultur“ a la Sarrazin und Pegida. Wir betrachten es als legitimes Ziel bestimmter Bevölkerungsteile, lieber unter seinesgleichen zu leben als unter anderen Leuten. Aber Kulturen haben sich immer geändert, wurden beeinflusst, gelegentlich gehen sie sogar unter. Ich denke nicht, dass wir mit großer Wehmut die Kultur der „hohen Minne“, ja nicht einmal die der alten Griechen mit ihrer Sklavenwirtschaft zurücksehnen, denn 90 % waren Sklaven, mit hoher Wahrscheinlichkeit also auch Sie und ich. Bei einer Reproduktionsrate von1,3 wird sich die „deutsche“Kultur kaum von selbst erhalten, Islam hin oder her. Die große Larmoyanz der Rechten sehen wir gelassen. Nicht einmal Parallelgesellschaften sind etwas Beängstigendes, sind sie doch jetzt schon allgegenwärtig.

Der humanistische Fußabdruck“. Was es dennoch zu retten gilt, ist das Abendland, nicht das christliche, sondern jenes der freiheitlichen Werte und eine humanistische Grundhaltung. Jenes, welches dafür steht, dass die Menschen menschlich miteinander umgehen und nicht „wie ein Wolf mit dem anderen“(„Homo hominilupusest“). Dass sie die goldene Regel der Reziprozität beherzigen, andere Menschen nicht geringschätzen und ihr Ego nicht auf die „Geringschätzung“ der anderen aufbauen, dem anderen gleiche Rechte zugestehen und nicht mehr die Leidensfähigkeit des Mitmenschen testen. Eindeutige Fortschritte waren erst seit Beginn der Aufklärung zu beobachten, aber entgegen der allgemeinen Einschätzung stehen wir eher am Anfang dieser Entwicklung als am Ende. Politisch war es die geniale Idee des Leviathans von Thomas Hobbes, der die Souveränität des Volkes auf einen neutralen Stellvertreter, den modernen Staat übertrug, um so dem „Homo hominilupusest“ zu entgehen.

Mainstream-Überlegungen betreffen ausschließlich das „Heute“, bestenfalls das „Morgen“. Entscheidend sind aber die langfristigen Auswirkungen, dafür brauchen wir Strategien. Wir müssen also über die gesamte Wirkzeit der Einwanderung eine Handlungsweise finden und dazu gehört die Idee eines „humanistischen Fußabdruckes“, also welche Auswirkungen ergeben sich insgesamt. Dazu der libanesisch-stämmige, agnostische Ex-Muslim Siad Karim: „Wenn eine scheinbare HUMANE HANDLUNG mittel- bis langfristig zum Verlust der freiheitlichen Werte und damit zum Abhandenkommen der humanistischen Grundordnung einer Gesellschaft führt, dann ist diese eine INHUMANE HANDLUNG für alle.“

Integrationskultur. Dass man einem Kranken, in Not geratenen, einem Flüchtling hilft, ist für Humanisten eine Selbstverständlichkeit. Selbst einem Verbrecher würden wir helfen, wenn er in Lebensgefahr ist. Eine„Willkommenskultur“ ist jedenfalls etwas ganz Anderes und erinnert ein wenig an jene Person, die im sozialen Netzwerk Facebook einst seine Freunde eingeladen hatte, aber das Häkchen bei „öffentlich“ gemacht hatte, woraufhin tausende ungebetenen Gäste kamen und sein Haus verwüsteten. Wenn wir ehrlich sind, wollen wir Leuten in Not helfen und nicht alle, die sich nach einem besseren Leben sehnen, einladen. Das ist eine ganz andere Ausgangsposition. Das Wort Willkommenskultur ist also manipulativ und verärgert beide Seiten: Die einen sehen die Willkommenskultur nicht erfüllt und die anderen wollen nicht mitmachen. Besser wir einigen uns auf Integrationskultur zur Lösung einer Flüchtlingskrise.

Integrieren kann man aus humanistischer Sicht prinzipiell nur Menschen. Was von uns derzeit verlangt wird, ist die Integration von weitgehend homogen agierenden Menschengruppen, die keine eigene Meinung und Eigenpersönlichkeit haben, wenn es um religiöse Herrschaftsideologien geht, und auch nicht wollen. Der Islam hat die Besonderheit als Ideologie, als Kultur, als Partei, als Benimmregel und als Religion aufzutreten. Das ist in unserem System nicht vorgesehen, weil es per definitionem totalitär ist. Der Islam hat das Problem der Magnetisierung der Gesellschaft, wonach viele Muslime in Kleidung, Nahrung und Sexualverhalten, ja sogar im Tagesablauf sehr gleichgeschaltet sein sollen, vor allem aber auch in ihrem politischen Denken. (Natürlich sind sie das nicht alle, weil nicht alle den Islam ernst nehmen). Für unsere Demokratie, die zumindest den Anschein erweckt, als wäre die Trennung von Staat und Kirche tatsächlich vorhanden, ist diese Tatsacheetwas absolut Destruktives, vor allem da die Grundvoraussetzung einer Demokratie jene ist, dass ihre Mitglieder unabhängig, nicht ferngesteuert, selbstbestimmt und informiert sind. Ein Gesellschaftsblock bildet eine „soziale Verstopfung“ der vorgesehenen dynamischen Meinungsbildung, die auf einen gesellschaftlichen Diskurs angewiesen ist. Wenn dieser gesellschaftliche Block in fragwürdiger Weise andere Vorstellungen zum Grundkonsens dieser Gesellschaft hat, ist eine Integration unmöglich, ja die Ideologie muss als politisch gefährlich angesehen werden, gefährlicher als jede aktuelle rechtsradikale Bewegung.

Status. Solange diese Gruppe einen verschwindenden Prozentsatz ausmacht, kann man darüber hinwegsehen und die Gruppe als „exotisch“ vernachlässigen. Aber genau das ist beim Islam, besonders nach der Flüchtlingsbewegung, nicht der Fall. Jedem ist klar, dass nicht die Flüchtlinge das Problem sind, sondern deren religiöse Einstellung und somit auch ihre politische. Man muss dabei dennoch bedenken: Einwanderung ist für uns demografisch sinnvoll, da unsere Bevölkerung schrumpft. Also muss man das Problem anders formulieren: Kann man aus islamisch - und damit kollektivistisch - geprägten Menschen Individuen mit vernünftigen Ansprüchen und humanistischen Motiven machen?
Wenn die Gruppe völlig unauffällig wäre, würde man diese Frage als eine theoretische vielleicht abtun. Leider ist sie es nicht. Vielmehr gibt es immer wieder einzelne, gläubige oder weniger gläubige Muslime, die sich den herrschenden „Meinungsteppich“ zunutze machen und ihre verbrecherischen Aktivitäten unter stillschweigender oder lauter Billigung der Muslime eine Lizenz zum Töten holen, wodurch diese Muslime zu „Mittätern“ werden. Dabei muss man immer wieder unterscheiden zwischen dem einzelnen Menschen, der selbst Opfer ist und dem System „Islam“, welches aus einer politischen Ideologie, einer Volkskultur und einer Religion besteht, die in der Lage ist, den muslimischen Menschen in nie gekannter Weise in Beschlag zu nehmen und dies noch dazu ohne Ausstiegsmöglichkeit. Es wird also wohl nicht verwundern, dass man der Humanismus dieses „Geschirr“, in das die Menschen zeitlebens wie ein erbarmungswürdiges Pferd im Ringelspiel eingespannt sind, als zutiefst „inhuman“ bezeichnen muss.

Die Menschen in dieser Situation ihren ideologischen Peinigern zu überlassen, sie in dieser Situation allein zu lassen, nicht gegen die bei uns illegalen Exitverbote, Beschneidungen und Zwangsheiraten etc. zu protestieren, den freien Willen der Menschen nicht kulturell und gesellschaftlich durchzusetzen, das Recht der Kinder auf beste Information und Vermeidung von Gehirnwäsche ernst zu nehmen, das Recht der reformwilligen Muslime auf Aufklärung, das alles ist heute noch gar nicht als Problem erkannt, vor allem nicht als das Problem der Mehrheitsgesellschaft. Anstatt dessen werden die „ideologischen Peiniger“ in kumpelhafter Weise hofiert und als Gesprächspartner der Regierung geadelt.

Die Muslime in ihrer Zuwanderung durch Gewaltanwendung zu gefährden und vielleicht sogar im Meer ertrinken zu lassen, wie dies die Rechte immer wieder vorschlägt, zeugt von ebenso inhumaner Ideologie, wie es der Islam ist. Noch einmal: Die Menschen sind selbst Opfer, denen zu helfen ist.

Jede Pauschalierung dient nur der Polarisierung, nicht aber unserem humanistischen Weg der Differenzierung. Die totalitäre Ideologie ist nicht in allen Muslimen unauslöschlich eingeprägt, aber Experten wie der Islamwissenschafter Wilfried Buchta gehen von rund einem Drittel an Muslimen aus, die unintegrierbar sind und bleiben werden. Als Freidenker und Humanist muss man dabei jedoch darauf hinweisen, dass bei solchen Argumenten immer wieder vergessen wird, dass Muslime ja nicht freiwillig Muslime werden, sondern durch Geburt, durch Mission und durch Zwang. Da kein offizieller Austritt möglich ist, wirkt das System als Falle. Die sozial-repressive Behandlung der Frau („Die Frauen sind eure Äcker“) schafft die besten Voraussetzungen für eine hohe, erzwungene Reproduktionsrate.

Langfristige Folgen für Europa. Es wird auch für den Humanismus in Europa ein böses Erwachen zur Folge haben, wenn die ursprünglich großartigen Intentionen der Kurzeitstrategie „Willkommenskultur“, für die sich hype Vertreter der Schickeria feiern lassen, auf ihre langfristige Tauglichkeit für die Gesellschaft abgeklopft wird: Wo bleibt der Humanismus für die Frauen, die mehr und mehr der Mut verlässt, sich in gewohnter Badekleidung zu zeigen, für die Homosexuellen, die um ihre gesellschaftliche Anerkennung fürchten müssen, für Juden, nachdem endlich nach Jahrzehnten der Antisemitismus kaum mehr ein Thema war in Österreich, für die Freidenker, die wie Raif Badawi um ihr Leben und die Atheisten, die zumindest um ihre Würde fürchten müssen, da sie im muslimischen Kontext auf der untersten Stufe der gesellschaftlichen Leiter stehen. Dabei haben gerade Atheisten einst das wertvolle Gut der Religionsfreiheit durchgesetzt und tun es auch heute noch – immer wieder unter Einsatz ihres Lebens. Ist es klug, nachdem viele Erwachsene unintegrierbar sind, Kinder muslimischer Eltern weiter der Gehirnwäsche von Muslimen auszusetzen, wenn wir schon wissen, welche Folgen das hat? Ist es klug, die Trennung von Religion und Staat zu gefährden, wenn der Islam sich täglich in den Medien erklären kann, während die 52% Protagonisten des säkularen Staates, die Atheisten, Agnostiker und einfach „Ungläubigen“ kaum zu Wort kommen? Wann werden wir den Mut aufbringen, den arabischen Königreichen, die zur Flüchtlingskrise gar nichts beigetragen haben, die Rute ins Fenster zu stellen und die Waffenlieferungen einstellen? Wie kommt man dazu, die Aufnahme der Flüchtlinge als rein europäisches und letztlich deutsch-österreichisch-schwedisches und nicht als Problem der ganzen Welt, insbesondere der arabischen Nachbarstaaten?

Ist es klug, die Menschen, die zu uns kommen vom Arbeiten abzuhalten und sie so den Islamisten direkt in die Arme zu treiben, anstatt sie für den heimischen Arbeitsmarkt zu mobilisieren? Es ist einfach ein kranker Auswuchs politischen Irrsinns, Menschen über Jahre die Möglichkeit der Arbeit zu verweigern. Da dies unseren eigenen Arbeitsmarkt durcheinanderbringt, sind hier kreative Lösungen gefragt.

Die Kirche hat bisher eine zwiespältige Haltung eingenommen: Durch die Caritas hat die katholische Kirche einen starken Motor für ihre Daseinsberechtigung gefunden. Andererseits kommt sie in Konflikt mit ihren eher konservativen Mitgliedern. Im Zweifel wird die Kirche eine ähnliche Haltung einnehmen wie beim Streit um die Beschneidung und wird sich für die Religion und ihren Schutz aussprechen, wodurch sie im Fall des Islam zu einer Komplizin von staatsgefährdenden Umtrieben wird. Es fehlt der Mut zur echten Umsetzung des Prinzips der Trennung von Kirche und Staat.

Dichotomie. Längerfristig bemerken wir also eine völlig neue Dichotomie der Gesellschaft: nicht mehr rechts und links, sondern humanistisch und anti-humanistisch. Lassen wir alles so laufen wie es ist, wird die Gesellschaft in wenigen Jahrzehnten religiös geprägt sein. Die ersten Anzeichen kann man am vorhandenen vorauseilenden Gehorsams bemerken. Was jetzt Not tut, sind klare Strategien und keine Verschleierungen mehr. Alles muss auf den Tisch! Aufklärung darüber, was wirklich los ist, in Schulen, Kindergärten, Heimen und bei der Arbeit. Klare Hilfe für die Menschen, die integriert werden müssen, aber nur unter der Prämisse, dass die Kinder in verfassungskonformen Verhältnissen aufwachsen. Die religiösen Verbände, die vom Ausland dirigiert werden, müssten entmachtet werden und dürfen nicht mehr Gesprächspartner der Regierung sein. Kein gegeneinander mit den Menschen, sondern ein Miteinander mit den Menschen, die unsere natürlichen Koalitionäre sind, die liberalen, die säkularen, die westlich orientierten. Die erste – unangebrachte -Pauschalierung trifft die Regierung, wenn sie alle arabischen und türkischen Menschen primär als Muslime apostrophiert. Das ist ganz und gar unangebracht. Wenn man Menschen als Menschen in ihrer Vielfalt helfen würde, anstatt sich den religiösen Verbänden zu verbünden, sähe die Situation rasch anders aus.

Was ist zu tun? Die Strategie muss darauf hinauslaufen, zu überlegen, wo unterm Strich nach 25 Jahren mehr Humanismus herauskommt. Aayan Hirsi Ali, die bekannteste Ex-Muslimin, die seit über 20 Jahren mit Polizeischutz lebt, meinte dieser Tage: „Wir müssen Dinge tun, die wir uns bisher nicht vorstellen konnten!“ Wir müssen stärker denn je auf die humanistische Leitlinie pochen: Nicht die Gruppe ist zu schützen, sondern das Individuum, notfalls auch vor der Gruppe. Sämtliche monströse Subventionen sind öffentlich zu machen und einer öffentlichen Diskussion zu unterziehen. Der unkontrollierte Wildwuchs an islamischen Kindergärten ist unter die Aufsicht der Gemeinde Wien zu stellen, die eine große Tradition von säkularen Kindergärten hat.

Religionsunterricht ist an sich kein Unterricht und gehört durch Religionen- und Ethikunterricht ersetzt, der integrativ und für alle Konfessionen gleich ist. Damit könnte man im Vorübergehen auch gleich ein paar Millionen sparen und zugleich einen wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben künftiger Generationen leisten. Genauso wie die „Hetze gegen Muslime“ zu Recht angeprangert wird, muss man die Hetze gegen andere Gruppen, wie uns - „die Ungläubigen“, sehen und ächten.
Angesichts der vermuteten massiven Indoktrinierung der Kinder in diese Richtung muss speziell der muslimische Religionsunterricht und seine Auswirkungen auf die Kinder einer genauen wissenschaftlichen Analyse unterzogen werden.

Dagegen sollte die Förderung säkularer Verbände überlegt werden und gleichzeitig der Einflussfundamentalistischer Staaten beschränkt werden. Dazu gehört u.a. der Austritt aus dem KAIICID Vertrag und die Schließung rein muslimischer Saudi-Schulen (und somit auch aller anderen religiösen Schulen und Kindergärten). Sitten und Gebräuche von Muslimen sollten respektiert werden, wenn sie zur Ausübung der Religion gehören, solange sie weder gegen geltende Gesetze verstoßen. Das betrifft vor allem demokratiefeindliche Aussagen verantwortlicher Führungspersonen, Frauendiskriminierung und Menschenrechtsverletzungen. Essensnormierung nach „halal“ und „haram“ haben privat zu erfolgen. Die Religionsfreiheit ist zu respektieren, dazu gehört auch die Freiheit von der Religion. Der Austritt aus dem Islam muss genauso leicht möglich sein wie beim Christentum, gegen Repressalien muss in aller Härte vorgegangen werden.

Vor allem muss die Rolle der Religion als spirituelle Stütze des Individuums diskutiert werden. Manchen mag die Religion eine Hilfe sein, dagegen ist nichts einzuwenden. Doch abseits davon, sollte die Gesellschaft endlich den Diskurs führen, wie entsetzlich hoch der Preis für diese „mentale Stütze“ geworden ist. Stellt Religion doch die bedrohlichste Gefährdung des wichtigsten Gutes dar, das wir Menschen in jahrhundertelangem Kampf errungen haben, ein bisschen Freiheit und ein „kleines Fetzchen Glück“(Jean Anouilh).

Dr. Gerhard Engelmayer Vorsitzender Freidenkerbund Österreich und des Zentralrates der KonfessionsfreienEmail: engelmayer@aon.at, Mobiltelefon: +43 699 122 44 242 Fax: +43 2252 700 438

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